wissen-speichern, Workshop Ablauf
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Im Vorfeld besprechen wir gemeinsam, welche Ihrer Maschinen sich besonders gut für eine exemplarisch durchgeführte Dokumentation geeignet ist. Uns ist es wichtig, dass wir in Ihrem Museum, an einer Ihnen vertrauten Anlage arbeiten und nicht in einer abstrakten Aufgabenstellung, die Sie erst wieder auf Ihre Bedarfe übersetzen müssen. Unser Workshop konzentriert sich ausschließlich auf die konkrete Situation in Ihrem Haus.
Ausgangssituation
In Ihrem Museum wird die Arbeit an Maschinen und Gerätschaften aus Handwerksberufen vorgeführt. Neben technischer Kenntnis der Funktionsabläufe braucht es dazu auch ein gutes Maß an Erfahrungswissen. Die Vorführenden haben dieses Wissen. Sie erkennen beispielsweise am Klang einer Maschine ob sie rund läuft. Oder am Geruch oder am Gespür für ein Material. Ihr Wissen ist entscheidend für die Funktion der Exponate, es ist in keiner Bedienungsanleitung und in keinem Lehrbuch zu finden. Wie kann dieses Erfahrungswissen weitergegeben werden? Eine 1:1 persönliche Überlieferung ist oft nicht möglich. Ein Museum ist kein Lehrbetrieb und nicht immer gibt es eine direkte Nachfolge, wenn Vorführende in Pension gehen.
Mit wissen-speichern sorgen Sie vor. Wir zeigen Ihnen unser Handwerk, nämlich wie man Filme macht und wie man ein Manual erstellt. Und zwar
so, dass Ihr Team in Zukunft selbst in der Lage ist Dokumentationen zu erstellen, die verständlich die Funktion einer Maschine erklären. Mit allen Zwischentönen des immateriellen Erfahrungswissens, das nicht in der Bedienungsanleitung steht.
Damit wird es für künftige Vorführende einfacher, die Anlagen in Ihrem Museum zu bedienen und Ihr Haus damit lebendig zu halten. Bevor es zu einem gut temperierten Schrottplatz wird.
Verabreden Sie sich für den ersten Onlineworkshop direkt am Objekt. Nutzen Sie Smart-Phone oder Tablet. Unsere gesammelten Notizen werden später zur Grundlage des Drehplans.
Onlineworkshop I
VORBEREITUNG / 3-4 Stunden
Der erste wissen-speichern Termin findet Online statt, zum Beispiel per Zoom. Zugeschaltet sind alle an dem Projekt Beteiligten. Wir definieren das Ziel das wir mit unserem gemeinsamen Projekt erreichen wollen und überlegen wie wir dieses Ziel optimal erreichen. Wir sichten vorhandenes Material wie Bedienungsanleitungen, Fotos des Objekts, Konstruktionszeichnungen etc. und legen fest was wir per Video festhalten wollen und was verschriftlicht oder bebildert wird.
Für die Produktion unseres Videos grenzen wir genau ab welche Arbeitsschritte gezeigt werden, wer beteiligt sein wird, wie das Projekt in den Museumsalltag integriert werden kann, was es zu beachten gilt und welche rechtlichen und sicherheitsrelevanten Vorkehrungen zu treffen sind.
Onlineworkshop II
DREHPLAN / 3-4 Stunden
Im zweiten Online Termin erarbeiten wir den Drehplan für unser Video. Darin wird festgehalten was wir wie zeigen wollen, damit alle Handlungsabläufe verständlich und nachvollziehbar dargestellt sind. Wir gehen auf die Grundlagen der Filmsprache ein und arbeiten mit standardisierten Methoden, die leicht auf andere Projekte übertragbar sind. Am Ende des zweiten Termins steht ein schriftlicher Plan, der im nächsten Schritt die Grundlage unserer Dreharbeiten sein wird.
Vor Ort Workshop Tag I
DREHTAG / 7 – 8 Stunden
Dreharbeiten lassen sich online schlecht vermitteln, deshalb treffen wir uns am Objekt. Am Ende des Tages werden alle geplanten Einstellungen als Video vorliegen und bestimmt noch einige Einstellungen mehr. Denn bei einer dokumentarischen Arbeit wie dieser passiert meist Unvorhersehbares. Wie man dabei den Überblick behält und nicht die Nerven verliert, wie man mit den Tücken der Technik zurechtkommt und wie man konstruktiv mit der zwischenmenschlichen Dynamik umgeht, vermitteln wir in diesem Teil des Workshops. Moderne Technik macht es leicht immer und überall zu filmen, dennoch gibt es auch bei der Filmarbeit eine Vielzahl immaterieller Zwischentöne, auf die wir zu sprechen kommen.
Vor Ort Workshop Tag II
POSTPRODUKTION / 7 – 8 Stunden
An diesem Tag wird aus dem gedrehten Material ein Film. Wir arbeiten mit einer intuitiv zu bedienenden Schnittsoftware, die kostenfrei im Internet verfügbar ist. Auch für den Schnitt gelten filmsprachliche Regeln, die einen Erzählfluss besser nachvollziehbar machen.
Wir gehen auf alle Eventualitäten und Möglichkeiten der Postproduktion ein. Vom Filmschnitt bis zur Sprachaufnahme für ein gut verständliches Voice-Over. Auch Themen wie sinnvolle Archivierung und Verknüpfung mit anderen Medien werden besprochen.
Onlineworkshop III
DAS MANUAL / 3 – 4 Stunden
Von der Wertkbank zur Datenbank
In einem audiovisuellen Manual werden alle wichtige Informationen zu einer historischen Arbeitstechnik zusammengetragen. Interessierte können hiermit nun den Arbeitsgang Schritt für Schritt nachvollziehen. Wir erarbeiten die Systematik und den Aufbau eines solchen Manuals. Der fertige Film ist nur ein Teil davon, hinzu kommen Erläuterungen und viele der Dokumente, die wir schon ganz zu Anfang gesichtet haben. Das Ziel ist ein Kompendium, das in eine Datenbank einfließen kann. Für die interne Nutzung im Museum aber auch darüber hinaus. Wie unser Wissen einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden kann, ist auch Teil des letzten Moduls von wissen-speichern.
Was wird benötigt?
Ein Smartphone oder ein Tablet mit Videofunktion sind die Minimalausstattung, mit der ein Film produziert werden kann. Die Kamera nimmt auf und mit einer Schnitt-App wird aus den Aufnahmen ein fertiger Film. Das Werkzeug der Filmemacher hat aber durchaus mehr zu bieten. Wenn in einer Einrichtung öfters Filme gedreht werden sollen und das ist ja unser aller Ziel, wächst schnell der Wunsch nach mehr Technik. Wir stellen ein Equipment-kompendium zur Verfügung, in dem sinnvolle Technik für erfolgreiche Videoproduktionen zusammengefasst ist, inklusive Hinweise auf Anbieter und Bezugsquellen.
Für unseren Workshop reicht die Minimalausstattung völlig aus.